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Sieg mit Wehrmutstropfen

Endlich konnte der BVB mal mit einem deutlichen Heimerfolg ein Ausrufezeichen - möglicherweise auch in Richtung Meisterschaft - setzen, aber BVB-Cheftrainer Marco Rose ist dennoch nicht zu 100 Prozent glücklich.

"Da ich jetzt schon die 2. Frage dazu bekomme tendiert es jetzt gerade eher in die Richtung" sagte Marco Rose bei der Pk nach dem Spiel. Es ging um die Gefühlslage des 45-jährigen Cheftrainers: überwiege derzeit die Freude über den deutlichen Sieg oder die Sorge über die Verletzungen von Thomas Meunier und Emre Can, die während des Spiels ausgewchselt werden mussten. "Ich freue mich total über den verdienten Sieg, aber mit verletzten Spielern ist es immer schwierig, weil Du natürlich immer die volle Kapelle willst", antwortete Marco Rose. "Thomas (Meunier) hat heute 2 Tore gemacht und somit wäre es natürlich blöd, wenn er jetzt ausfällt. Jetzt nimmt die Saison für ihn so langsam die Fahrt auf, in Frankfurt hatte er wieder einen Assist gehabt. Trotz einer Phase von wilden 15 Minuten in Frankfurt, in der er ein paar Bälle zuviel verloren hat, ist seine Tendenz insgesamt sehr gut und es wäre schon sehr schade, wenn er ausfällt."

In der Tat zeigte das Spiel mehrere positive Wandlungen beim BVB. Neben einem endlich mal deutlichen Sieg gegen einen Anwärter auf einen Europapokalplatz in der Bundesliga, trug der bis dato doch viel kritisierte Thomas Meunier mit seinen 2 Kopfballtoren jeweils nach Eckbällen erheblich zum Erfolg bei.

Der nächste Aspekt, über den Marco Rose sich ärgert, ist das Gegentor von Ermedin Demirovic in der 61. Minute. Wieder einmal schaffte man es nicht, hinten die Null stehen zu lassen. Die Borussen wirkten in einer kurzen Phase der 2. Halbzeit nicht mehr zu 100 Prozent konzentriert und ließen somit die ein oder andere gute Torchance der Freibuger zu, die dem Spiel bei einem weiteren Tor der Breisgauer möglicherweise eine Wendung gegeben hätte. Aber zum Glück kam es nicht dazu. "In der 2. Halbzeit hatten wir dann eine Phase, in der Freiburg dann gekommen ist, nachdem sie 2 mal gewechselt haben und somit eine andere Energie auf den Platz gebracht haben. Dort haben wir dann mit dem Gegentor unnötigerweise nochmal die Tür aufgemacht und 2 bis 3 weiteren Situationen noch etwas zugelassen, was wir besser hätten vermeiden sollen. Aber dann hatten wir mit dem 4:1 eine Phase gehabt, in der wir sehr dominant und gut waren und zum Schluss noch 2 Tore geschossen haben. Somit war es ein verdienter Sieg."  



 



"Das Thema Defensive geht immer einher mit dem Thema Offensive!"

Trotz einer grandiosen Aufholjagd in Frankfurt dominiert beim BVB derzeit ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zu ziehen scheint.

"Ich dachte, wir haben letzte Woche in Frankfurt 3:2 gewonnen" fragte sich BVB-Cheftrainer Marco Rose bei der Pressekonferenz ganz verwundert. Denn die meisten Fragen, die ihm gestellt wurden, bezogen sich mehr auf die beiden Gegentore, die der BVB beim letzten Spiel kassiert hat als auf die grandiose Aufholjagd, die man dann mit einem wichtigen Auswärtssieg krönen konnte. Doch wie so oft im Leben überwiegen auch hier die negativen Schlagzeilen. Und Tatsache ist nun einmal, dass Borussia Dortmund für eine Spitzenmannschaft in dieser Saison sehr viele Gegentore kassiert hat, die auch sehr häufig aus individuellen Fehlern resultierten - so wie es auch zuletzt in Frankfurt der Fall war. Pressesprecher Sascha Fligge beschwichtigte dabei zwar ein wenig ("Eintracht Frankfurt hat in den 27 Spielen zuvor nur eine Heimniederlage kassiert"), aber letztlich müssen Marco Rose und seine Mannschaft sich derzeit diese Kritik gefallen lassen. "Aber wir wollen defensiv auf jeden Fall besser werden!" versprach der gebürtige Leipziger.

Ganz Fußballdeutschland sehnt sich nach fast einem ganzen Jahrzehnt einer bayerischen Alleinherrschaft an der Tabellenspitze der Fußballbundesliga nichts sehnlicher als einen echten Zwei- oder gar Dreikampf um die deutsche Meisterschaft. Aber die meisten Experten sind sich trotz der 3 Punkte, die der BVB am letzten Spieltag auf den Rekordmeister aufholen konnte, darin sicher, dass sich an dieser Situation auch in laufenden Saison nichts ändern wird. Sie sehen den FC Bayern München am Ende ganz oben. Als Begründung dafür nennen sie die mangelnde Konstanz beim BVB. Marco Rose stellt sich der Kritik, sieht aber das Kernproblem nicht explizit in der Defensive, sondern im gesamten Team: "Wenn wir zu viele Gegentore kriegen, dann kann ich nicht zufrieden sein. Das ist doch klar." sagte er. "Wir arbeiten an den Themen, die wir haben und das sind keine unlösbaren Aufgaben, die sich uns stellen. Es geht dort immer wieder um das Thema Aufmerksamkeit. Es gibt ein paar Statistiken, die grundsätzlich sagen, dass wir sehr kompakt verteidigen. Wir verteidigen vielleicht ein Stück höher als in den Jahren davor, aber wir haben keine Riesenprobleme mit Bällen hinter die Kette. Es ist so, dass wir aus Ballverlusten einfach zu viele Großchancen zulassen. Das bedeutet, dass wir Ballverluste vermeiden sollten. Das Thema Defensive geht - vor allen Dingen bei Borussia Dortmund, wenn Du den Ball viel haben möchtest - immer einher mit Thema Offensive. Das bedeutet: Wir müssen in unserem Spiel klarer im Spiel mit dem Ball werden, verantwortungsvoller mit dem Ball umgehen und Ballverluste besser absichern. Das ist das große Thema, das wir haben. Es gibt eine klare Regel: Spiele gewinnst Du über die Offensive, aber die Titel holst Du vor allen Dingen dann natürlich auch über eine sehr stabile und verlässliche Defensive. Und das betrifft nicht nur unsere Kette und unsere defensiven Mittelfeldspieler, sondern das betrifft unsere ganze Mannschaft."


 
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